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Naive Malerei ist die skurrile, liebenswerte Wunderwelt der kauzigen Figuren, Mensch  wie Tier, Blume wie Sonne und Sterne. Auch wenn Naive Malerei heute eine  Stilrichtung ist, ist das Wort "naiv" eher ein Prädikat; so ist sie doch trotz allen Wandlungen den Werten ihrer Anfänge, den Motiven des einfachen Lebens, den einfachen Formen treu geblieben, auch wenn sie heute ein Höchstmass an künstlerischem Können erfordert.

Naive Malerei ist Laienmalerei, Sonntagsmalerei, Feierabendmalerei, autodidaktisch angeeignet nach getaner Arbeit. Für manche Menschen verbindet sich Naive Malerei mit  dem Geruch von frisch geschlagener Butter und feuchtem Holz, das vor dem Ofen zum Trocknen liegt, vom Duft eingelagerter Kartoffeln, von Räucherschinken  und Pflaumenmus. Anderen wiederum ist sie die Empfindung der warmen Stille früher Sonntagsnachmittagsstunden, wenn das Haus schläft und nur eine verirrte Fliege diesen Frieden stören will.

Sie ist für jeden etwas anderes und doch für alle das gleiche, die Evokation der Schwermut und Trauer um ein verlorenes Arkadien, die poetische Erinnerung an eine verlorene Welt, die Welt unserer Kindheit.  

Ueber mich

Ich habe mich der Hinterglasmalerei hingegeben, einer Manier, die zu den eigenartigsten und wohl schwierigsten gehört, was die Malerei zu bieten hat. Manchmal habe ich aber das Bedürfnis, auch auf der Leinwand zu malen. Ich habe vor 25 Jahren angefangen, für mich zu malen und hätte nie gedacht, meine Bilder einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Ich bin mit der sogenannten Volksart oder selbsterlernten naiven Kunst verbunden, die Bezeichnung für die, die keine Ausbildung in Kunst erhalten haben. Volkskunst, primitive Kunst ist bezeichnend durch den naiven Stil, der keine Traditionsregeln oder Proportionen kennt. Am Anfang war ich vorwiegend Landschaftsmaler. Ich malte frühere Zeiten und Ereignisse, Menschen und einfaches Leben. Ich habe mich nicht auf einen bestimmten Stil konzentriert; ich male aus meinen Erinnerungen, meinen Eindrücken, meinen Ferien. Ich male das, was  ich sehe und fühle. Ich beobachte intensiv die Natur und die Menschen mit ihren verschiedenen Farben. Wenn ich bereit bin, meine Ideen zu realisieren, schliesse ich meine Augen und fange   mit dem Werk an.

Nach einigen Jahren des einfachen Landschaftsmalens, entwickelte ich mich weiter und auch merkte, dass das Rad der Zeit die Vergangenheit hinter uns lässt. Wir gehen   weiter Schritt um Schritt und suchen unser Dasein in den sogenannten modernen Zeiten. Die Vergangenheit ist durch die Gegenwart ersetzt worden.

Ich suchte den neuen Anfang, neue Wege, die Welt so zu malen, wie ich sie sehe. Mit der Modernisierung der Kunst versuchte ich die Schönheit, die Natur und die Imitation des Lebens auszudrücken. Ich fing an die Menschen, die Persönlichkeiten, die Gebäuden, die Lebenssituationen, die Bewegungen, die Ruhe etc. zu malen.

Ich habe mit der modernen Welt angefangen. Und das nenne ich nun das Malen der "Modernen Zeiten".

Prozess

Das Trägermedium ist, wie der Name schon sagt Glas. Der Vorteil gegenüber jeder anderen Art des Farbauftrags und auch jedem anderem Trägermedium liegt in der Intensivierung der Farben durch das Glas und im Schutz des Bildes gegen äussere Einwirkungen, da der sichtbare Teil des Bildes am Glas anliegt, das Bild aber rückseitig durch eine deckende Farbschicht versiegelt wird. Ausserdem gehört Glas zu den stabilsten Farbträgern, da es sich im Vergleich zu anderen Materialien, wie Leinen, Karton und Holz kaum unter dem Einfluss von Wärme, Feuchtigkeit und anderen Faktoren wesentlich verändert. Die Ölfarben werden   mit einem Pinsel aufgetragen. Doch nicht, sodass man die zu bemalende Fläche der Glasscheibe zum Gesicht des  Malers hin auf   eine Staffelei stellt, sodass spiegelbildlich gemalt werden müsste, sondern die zu bemalende Fläche ist mir abgewandt, und ich greife akrobatisch um die Platte herum, bringe also die Farben von "hinten" auf.

Ich habe das Bild ständig so vor den Augen, wie es der spätere Betrachter auch sieht. Anders ginge es auch nicht, da durch das "Hintermalen" des Vordergrundes, das heisst das Malen vom Vordergrund zum Hintergrund, ich von der Rückseite das Sujet bald nicht mehr erkennen könnte. Diese Technik zwingt vom Hellen ins Dunkle, d.h. vom Vordergrund zum Hintergrund zu arbeiten und nicht wie bei der Malerei auf undurchsichtigen Farbträgern, Leinwand, Karton usw. vom Hintergrund zum Vordergrund. Da das Sujet oder Teile davon also nicht übermalbar, nur "hintermalbar" sind, muss vor Beginn der Arbeit ein Schema erstellt werden, das festhält, in welcher Folge die einzelnen Bildinhalte aufgetragen werden müssen. Es gibt daher bei der Hinterglasmalerei kein Zufallsprodukt, wie es andere Maltechniken zulassen. Daher ist Hinterglasmalerei in erster Linie harte Arbeit, der künstlerische Anteil liegt im Entwurf und der Komposition der Farben. Der Rest ist Handfertigkeit und Kunsthandwerk. Das ist auch der Grund, weshalb die Fertigung eines Bilder einige Monate in Anspruch nimmt.